Fasten oder fast Fasten???

Mrz 04, 17 Fasten oder fast Fasten???

Die “tollen Tage” sind hinter uns. Viele Berliner gegessen, viel Bier getrunken und alles in allem viel gefeiert. Nun sehnt sich der Körper nach Erholung und Erneuerung. Fasten ist angesagt. Im Christentum gibt es zwei Fastenzeiten im Jahr: von St. Martin bis Weihnachten und die 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostern. Auch in anderen Religionen ist das Fasten ein fester Bestandteil. Die Muslime essen im Ramadan erst nach Sonnenuntergang und im Judentum ist der Jom Kippur ein strenger Fasttag.

Fasten bedeutet im ursprünglichen Sinne der Verlust auf feste Nahrung. Nur Getränke in Form von Kräutertees und Obst-oder Gemüse-Saftschorlen und natürlich Wasser dürfen aufgenommen werden. Eine Gemüsebrühe zur Mineralgewinnung ist auch erlaubt. Nur keine feste Nahrung ist darf aufgenommen werden. Vor dem Fasten ist es ratsam bereits Tage vorher den Körper und den Geist auf die Fastenzeit vorzubereiten. Süßigkeiten und Kaffee sowie Alkohol sollten bereits weggelassen werden. Eine Darmreinigung mithilfe von Einläufen entleert und reinigt  den Darm und soll das anfängliche Hungergefühl dämpfen. Beim kompletten Verzicht auf feste Nahrung stellt sich der Stoffwechsel des Körpers um. Da keine Nahrung mehr von außen aufgenommen wird, werden die körpereigenen Reserven angegriffen. Als erstes scheidet der Körper Wasser aus bevor er beginnt sich an den Reserven zu bedienen. Als erstes sind die Kohlenhydratspeicher in der Leber dran. Diese sind nach zirka 24 Stunden verbraucht, bevor zur Energiegewinnung Eiweiß zur Glukosebildung herangezogen wird, d.h. die Eiweiße in der Muskulatur werden reduziert und der Muskel wird abgebaut. Hier ist moderate Bewegung ratsam. Kein Marathon-Training sondern gemächliches Laufen oder Walken. Letztendlich geht es auch den Fettzellen an den “Leib” und der Stoffwechsel verbraucht Körperfett zum Unterhalt seiner Aktivität. Hier beginnt man nun wirklich lästiges Gewicht zu verlieren. Ganz spurlos geht das Fasten nicht am Allgemeinzustand vorbei. Von Miesepetrigkeit und Kopfschmerzen ist die Rede. Auch die Leistungsfähigkeit ist vermindert und die Ausdauer herabgesetzt. Darum ist eine erste Fastenkur außerhalb des Alltags mit normaler Arbeitstätigkeit ratsam. So sammelt man erste Erfahrungen und kann sich ganz auf Körper und Geist fokussieren. Fasten ist nicht nur eine körperliche Reinigung sondern auch eine des Geistes. Innere Einkehr und verstärkte Wahrnehmung des eigenen Ichs würden sonst im Stress des Alltags untergehen und so wäre es nur der halbe Gewinn der Anstrengung.

Wem das alles zu “hart” ist, kann auch Gegenstands-Fasten betreiben. Bewußt auf einen Luxus des Alltags verzichten. Handy, Auto, Süßes oder Alkohol werden bis Karfreitag verbannt. Die gewonnene Zeit vielleicht bewußter verbracht. Vielleicht im Kreise von Familie und Freunden oder bewußt allein und  die eigenen Bedürfnisse stärker in den Vordergrund gerückt.

Egal für welche Art des Fasten man sich letztendlich entscheidet, es ist auf jeden Fall eine Erfahrung und ein Gewinn für sich selbst. Man hat eine Entbehrung durchgehalten und geht mit neu gewonnener Erfahrung  und Motivation weiter.