Hobby-Doping – kein Spaß!

Doping im Freizeitsport ist leider immer mehr auf dem Vormarsch. Was früher nur Leistungs-und Profisportlern vorbehalten war, ist nun auch für den “normalen” Sportler möglich. So denken Doping-bereite Sportler, sich schneller und müheloser ihren Traumkörper zu erschaffen und ihr erstrebtes Ziel zu erreichen. Immer leichter kann man über das Internet oder andere zwielichte Kanäle sich Substanzen zur Leistungssteigerung besorgen, meist mit mehr oder weniger unbekannten Inhalten, da die Hersteller oft aus dem Ausland kommen und deren Produkte nicht den deutschen Sicherheitsstandards für Medikamente, Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel entsprechen. Die verschiedenen Wirkstoffe laufen bei uns unter den Begriffen  Anabolika, Diuretika oder Peptid- und Glykoproteinhormone, Narkotika, Stimulanzien.

Anabolika, oder anabole Steroide sind mit dem männlichen Hormon Testosteron verwandt. Bei der Einnahme kann es bei Frauen zu einer Veränderung der weiblichen Statur kommen. Männliche Körpermerkmale können entstehen, wie der Wachstum des Kehlkopfes mit einer tieferen Stimmlage, der Rückgang der weiblichen Brust dafür aber Haarwachstum auf der Brust und im Gesichtsbereich. Bei Männern kann es durch den Überschuß an männlichen Hormonen zu einer vermehrten Ausschüttung an weiblichen Hormonen kommen um das Gleichgewicht wieder herzustellen. So kann es beim Mann zu konträren Entwicklungen kommen, wie Busenwachstum, Verkleinerung der Hoden mit einem Rückgang der Zeugungsfähigkeit bis hin zur totalen Zeugungsunfähigkeit. Auch das Herz-Kreislauf-System wird negativ beeinflußt, sowie die Leberfunktion.

Bei der Einnahme von Diuretika kommt es zu einer vermehrten Wasserausscheidung des Körpers, die so einen gewünschten Gewichtsverlußt generiert. Diuretika sind oft im Einsatz bei Sportarten mit einem gewünschten, niedrigem Körpergewicht. Hier will man durch Gewichtsverlust die Einteilung in eine niedrigere Gewichtsklasse erreichen. Preis dafür sind eine gefährliche Austrocknung des Körpers, und damit verbundene Kreislaufbeschwerden bis hin zu Herzrhytmusstörungen.

Narkotika, sprich Betäubungsmittel wie Heroin, Morphine und auch die Ersatzdroge Methadon finden ihren Einsatz im Doping-Bereich. Diese Substanzen wirken auf das Nervensystem und setzen die Schmerzempfindlichkeit herab. Diese Wirkung ist bei Sportarten wie Boxen u.ä. erwünscht, um die Kampfkraft zu stärken. Was bei der Anwendung unter ärztlicher Aufsicht im Krankheitsfall (bei schweren Verletzungen, nach OPs, bei Krebserkrankungen) erwünscht ist, kann bei unkontrollierter und regelmäßiger Einnahme abhängig machen.

Stimulantien wie Amphetamine, Epedrin und auch Koffein wirken ebenfalls auf das zentrale Nervensystem und steigern damit die körperliche Aktivität, senken aber gleichzeitig die natürliche Leistungsgrenze. Dadurch kann es zu einer überhöhten Kraftanstrengung kommen und zu einem Verbrauch aller Körperreserven, die der Körper nicht verkraftet und vor Erschöpfung zusammen bricht. Ohnmacht und im schlimmsten Fall kann das zum Tod führen.

Zu den Peptid- und Glykoproteinhormonen gehört das sogenannte EPO. Einer der erfolgreichsten Radrennfahrer unserer Zeit gab zu jahrelang mit EPO gedopt zu haben. Dieses Hormon fördert die Bildung roter Blutkörperchen. Durch eine größere Anzahl roter Blutkörperchen kann mehr Sauerstoff im Blut transportiert werden. Dadurch steigt die Ausdauer der Sportler rapide an. Dies wird besonders in Sportarten interessant, wo eine überdurchschnittliche Ausdauer über einen längeren Zeitraum nötig ist (Radrennen, Laufsport über Langdistanzen usw.). Nebenwirkung ist, dass das Blut durch die vermehrte Anzahl von roten Blutkörperchen dickflüssiger wird. Eine erhöhte Gefahr von Schlaganfällen oder verstopften Äderchen ist die Folge.

Es gibt verschiedene Namen der Mittel und so Möglichkeiten seinen Körper zu dopen. Alle haben aber gemein, dass sie ein großer, nicht absehbarer Eingriff auf die Gesundheit sind. Was zu einen zweifelhaften Erfolg führt, kann zu einem dauerhaften nicht wiederbringenden Verlust der Gesundheit führen.