Fasten – ja oder nein?!

Heute geht die fünfte Jahreszeit zu Ende und die Fastenzeit beginnt. Bis Ostern verzichten nicht nur Gläubige auf feste Nahrung. Als erstes muß gesagt werden, dass Fasten nicht für Jedermann geeignet ist. Menschen mit geringem Körpergewicht (Untergewicht), Diabetiker, Herz-Kreislauf-Kranke, Menschen mit Stoffwechselstörungen, aber auch Schwangere oder körperlich schwerarbeitende Mitmenschen gehören zu den Ausnahmen.  Jeder sollte vor Beginn der Fastenkur einen Arzt konsultieren um sich ein “OK” für das Vorhaben abzuholen. Auch eine genauere Vorstellung, was beim Fasten mit den Körper passiert ist hilfreich. Oft wird eine Fastenkur mit einer Diät verwechselt, um Körpergewicht zu reduzieren. Hier kommt oft nach der Fastenkur der Jojo-Effekt zum Tragen, da der Körper bei normaler Nahrungsaufnahme geneigt ist nun ein Polster für “schlechte Zeiten” anzulegen. So kann das Gewicht schnell wieder auf dem vorherigen Stand sein, oder sogar darüber hinaus.
Bei einer Fastenkur verzichtet der Fastende auf alle feste Nahrung und führt seinem Körper nur Flüssigkeit in Form von ungesüßten Tees, Brühe, Säften und Wasser zu. Es gibt aber auch andere Formen des Fastens, wie Schleim- oder Buttermilchfasten.
Was passiert genau im Körper:
Sobald der Körper keine feste Nahrung mehr zugeführt bekommt, ernährt er sich “von innen heraus”. Dies geschieht in mehreren Stufen. Als ersten wird das Glykogen, welches in der Leber gespeichert ist verbraucht. Diese Quelle reicht allerdings nur ca. einen Tag. Dann wird vermehr Eiweiß zur Glukosegewinnung herangezogen. Hier hat der Körper im Verdauungstrakt Enzyme die nun verbraucht werden. Auch überschüssiges Eiweiß (bei Übergewicht) wird nun mit verbraucht. Der Fettstoffwechsel wird aktiviert und es  wird Fett zur Energiegewinnung des Körpers verstoffwechselt. Sobald “das Fett weg ist” wird auch das stützende Bindegewebe abgebaut. Auch vor dem Muskelgewebe wird beim Fasten nicht halt gemacht, sprich durch den Abbau von Eiweiß werden auch die Muskeln mit abgebaut. Um dies zu verhindern ist zumindest moderate Bewegung erforderlich. Durch die sportliche Betätigung bekommen die Muskeln weiterhin einen Reiz gesetzt, und der Abbau wird verhindert bzw. eingegrenzt. Durch die körperliche Bewegung wird auch der Abtransport und die Ausscheidung der Abbauprodukte des Körpers gefördert. Der Schweiß bekommt einen strengeren Geruch, und auch der Atemgeruch verändert sich. Seinen Mitmenschen zu liebe sollte man eine regelmäßige Körperhygiene walten lassen. Unterstützen kann man die Ausscheidungen durch warme Leberwickel, Saunagänge und auch einfach durch heißes Duschen. Da der Fastende auf Sparflamme läuft, ist ein leichtes Kältegefühl nicht ungewöhnlich. Auch Kopfschwerzen können auftreten, verschwinden aber meist von selbst, wenn der Körper nach ein paar Tagen an die geringe Energiezufuhr gewöhnt ist.
Wie viel oder wenig der Fastende an Sport machen möchte hängt vom individuellen Zustand ab. Der Eine fühlt ungeahnte Kräfte in sich aufsteigen, während der Andere lieber einen Gang zurück schaltet. Jeder bitte so wie er kann und mag. Auch ist die Fastenzeit nicht die Zeit, vom gemütlichen Volksläufer zum Marathonläufer zu werden. Der Körper wird auf Sparflamme gehalten, so dass körperliche Extreme nicht angesagt sind. Auch das Trinken darf jetzt erst recht nicht vergessen werden. Wer sonst ohne Trinkflasche los ist, sollte nun lieber auch für unterwegs etwas einplanen.
Auch der Berufsalltag wird etwas anders ablaufen als sonst. Durch die geringere Energie wird der Fastende auch einige Dinge als anstrengender empfinden. Die Konzentration kann vermindert werden, und auch der “normale” Mittagspausengang fällt weg. Vielleicht möchte man sich auch nicht den bohrenden Fragen der Kollegen stellen, oder sich um seine Ausdünstungen Gedanken machen müssen. Vielleicht kann man sich für die erste Zeit Urlaub nehmen um den Anfang etwas entspannter zu machen. Zumal der Fastende auch eine gewisse Zeit als Ruhezeit einplanen sollte. Nicht nur um körperlich zu entspannen, sondern auch um geistig etwas in sich zu kehren. Fasten soll nicht nur den Körper reinigen, sondern eben auch den Geist.
Wer nicht so ganz allein loslegen möchte, kann sich eine Fastengruppe in seiner Nähe suchen. Oft wird so etwas auch über die ortsansässigen Kirchen angeboten. Hier findet man Rat und Tat und Gleichgesinnte. Man kann sich austauschen und gegenseitig stärken. Und Ostern ist ja auch schon wieder alles vorbei. Wer es geschafft hat, sollte aber bitte auch vorsichtig wieder in den Alltag einsteigen. Eine Fastenkur muß aber auch nicht über Wochen gehen, für den Anfang reicht auch schon eine Woche. Wem das zu extrem ist, der kann es auch gerne mit einer soften Variante versuchen. Auf Alkohol, Süssigkeiten, Auto und so weiter verzichten, oder sich einfach bewusster ernähren. Egal welche Variante man wählt, es sollte die sein, von der man auch 100% überzeugt ist!

Einen Kommentar schreiben

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben.